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Aufwendige Vorbereitung für BER-Eröffnung

Foto: DFS Deutsche Flugsicherung GmbH

Mit der Eröffnung des neuen Hauptterminals beginnt am 31. Oktober der erste Schritt zur Inbetriebnahme des Flughafens BER. Für die DFS Deutsche Flugsicherung GmbH endet damit eine mehr als achtjährige Übergangszeit. Die 91 Fluglotsen, Platzkoordinatoren und Vorfeldkontrolleure, die den Verkehr am BER kontrollieren, starten bestens vorbereitet.

Die Eröffnung des Berliner Flughafens BER ist eine Eröffnung in mehreren Schritten. Am 31. Oktober wurde das Hauptterminal in Betrieb genommen, am 4. November geht dann mit der Südpiste eine zweite Start- und Landebahn in Betrieb. Von diesem Tag an gelten auch die neuen Flugverfahren, um den Flugverkehr am BER sicher zu kontrollieren:

Parallel dazu überwacht die deutsche Flugsicherung weiterhin den Verkehr am Flughafen Tegel, bis dieser am 8. November geschlossen wird. Danach wird die DFS in Berlin nicht mehr zwei Kontrolltürme, sondern nur noch einen Tower betreiben: Insgesamt 91 Fluglotsen, Platzkoordinatoren und Vorfeldkontrolleure werden dann den Verkehr am neuen Berliner Flughafen kontrollieren, ein Drittel davon wechselt vom Flughafen Tegel zum BER.

Schulungen ohne Einschränkungen

Die DFS hat sich auf diesen Übergang gründlich vorbereitet. Neben der Planung der An- und Abflugverfahren gehörte dazu vor allem die Schulung der Fluglotsen: Insgesamt 170 operative Mitarbeiter im Tower und in der Kontrollzentrale Bremen – von hier sortieren die Fluglotsen unter anderem den Anflugverkehr auf die beiden Bahnen – mussten mit den komplexen An- und Abflugverfahren des BER vertraut gemacht werden.

Die über einen Zeitraum von acht Monaten laufenden Schulungen wurden so umgesetzt, dass der Betrieb an den Flughäfen Schönefeld und Tegel ohne Einschränkungen weiterlief. „Die Arbeitsschutzauflagen, die wir zum Schutz unserer Mitarbeiter vor dem Corona-Virus eingeführt haben, waren eine zusätzliche Herausforderung“, sagt Prof. Klaus-Dieter Scheurle, CEO der DFS. „Trotzdem ist es uns gelungen, 27.000 Trainingsstunden ohne Verzögerungen oder Kapazitätseinbußen zu absolvieren. Darauf bin ich stolz.“

„Personalplanung war nicht einfach“

Die DFS ist bereits seit 2012, dem ursprünglich geplanten Starttermin, bereit für den BER: Am 25. März 2012 nahm sie ihren neuen Tower in Betrieb, von dem aus seither der Verkehr in Schönefeld sicher kontrolliert wird. „Die lange Zeit der Unsicherheit, wann der BER tatsächlich startet und wie lange wir noch zwei Tower betreiben müssen, hat uns die Personalplanung erschwert“, sagt Prof. Scheurle. „Auch die komplette Flugsicherungstechnik mussten wir nun für zwei Standorte über viele Jahre pflegen und anpassen.“

Hinzu kamen Umplanungen seitens des Flughafens wie beispielsweise das Double Roof Konzept, also der parallele Betrieb des neuen Hauptterminals und des bisherigen Schönefelder Terminals. „Dies war eine ganz neue Herausforderung, für die wir eine Lösung finden mussten. Um ein langes Rollen am Boden und das Kreuzen von aktiven Pisten zu verhindern, werden die Flugzeuge nun schon in der Luft nach ihren Anfluggates vorsortiert und zur jeweiligen Landebahn geführt.“ Dazu hat die DFS ein technisches System eingeführt, das die Lotsen in der Kontrollzentrale Bremen bei ihrer Arbeit unterstützt. Der sogenannten Arrival Manager schlägt optimierte Anflugreihenfolgen vor, ermöglicht so effizientere Flugwege und vermindert gleichzeitig den Treibstoffverbrauch und den Lärm am Boden.

„Ich freue mich, dass der BER nun endlich in Betrieb geht“, sagt Prof. Scheurle. „Wir haben einen großartigen Tower in Berlin. Wir haben großartige Mitarbeiter, die die Unsicherheiten und immer neuen Herausforderungen der vergangenen Jahre sehr gut bewältigt haben. Und jetzt bekommt Berlin einen wirklich großartigen Flughafen.“

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